erotische Dessous von Qualität
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Kleine Geschichte der Dessous München (gms)

Wenn es um Unterwäsche ging, hielten Frauen schon immer Qualen für die Schönheit aus. Mitte des 18. Jahrhunderts beginnt sie, die Geschichte der Dessous. Von diesem Begriff, der das süße, leichte Nichts suggeriert, war man damals allerdings noch weit entfernt. Korsett, Krinoline und Torüre waren die Begriffe für die Wäschestücke, mit denen sich die Frauen zwischen 1810 und 1870 umgaben - beziehungsweise einschnüren mußten.

Der Körper der Biedermeierfrau sollte zierlich und zerbrechlich aussehen. Aus den Schnürmiedern wurden 1828 sogenannte mechanische Korsetts, die mit eingeschlagenen Metallösen gefertigt wurden. Die Krinoline wurde unter der Oberbekleidung getragen. Sie stützte mit Fischbein oder sogar Stahlstangen die bodenlangen, bis zu sechs Meter breiten Kleider der Damen. Das Bild wandelte sich 1870, plötzlich gefiel der Damenwelt die korbartige Tornüre. Sie formte den "falschen Steiß", eine Ausbuchtung des verlängerten Rückens, die die Männer damals fast um den Verstand brachte.

 

"Weißnäherei" und Weißstickerei.

Erst danach ging es in der Wäschewelt etwas romantischer und feiner zu. Leinen, Batist, Stickereien, Spitzen, Häkelmuster, Fältelungen, farbige Bänder und herzförmige Ausschnitte kamen auf. Die Kunst der "Weißnäherei" und der Weißstickerei begann. Trotzdem: Fünf Pfund Unterwäsche mußte die elegante Frau von damals immer noch mit sich herumschleppen: Hose, Hemd, "Anstandsrock", Korsett, Halbunterrock, Untertaille - und im Winter kam noch die wärmende Wäsche dazu. "Allgemeiner Verein für die Vereinfachung von Damenkleidung" Klar, daß die Damenwelt irgendwann aufmuckte. 1896 wurde der "Allgemeine Verein für die Vereinfachung von Damenkleidung" gegründet. Er hatte unter anderem "die Befreiung von jeglichem Druck und Einengung" zum Ziel. In Sachen Unterwäsche tat sich dennoch eine Zeitlang nicht viel. Um die Jahrhundertwende mußten die Frauen sich wieder auf einen ganz neuen Look einstellen. Angesagt war ein nach innen gewölbter Bauch mit einem betonten, herausgerückten Po. Auch Leibchen und Brusthalter kamen auf den Markt. Doch auch die waren nicht bequem. Fischbeinstäbchen, Spiralfedern oder Schnureinlagen sorgten dafür, daß frau sich nicht "hängenließ". Die Hemdhose: das typisch weibliche Kleidungsstück der 20er Wäsche wie für Marylin: Weiße Slips und BHs mit Spitze werden als Klassiker immer neu variiert. -------------------------------------------------------------------------------- Auch als die ersten, unserem heutigen BH ähnlichen Modelle unter dem französischen Label "Callimaste" auftauchten, blieb das Korsett da, wo es nach Meinung der Mode von damals hingehörte: an der Frau. Der BH wurde noch zusätzlich darunter getragen. Nach dem ersten Weltkrieg sollten die Frauen knabenhaft aussehen, mögliche Rundungen an Brust oder Hüften mußten irgendwie versteckt werden. Die Hemdhose wurde das typisch weibliche Kleidungsstück der 20er Jahre. Die BHs von damals hatten nur einen Nutzen: Sie sollten den Busen einfach plattdrücken. Erste Hüfthalter ersetzten manchmal das Korsett. Doch dann kam die verblüffende Wende, natürlich aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Der Vamp wurde gesellschaftsfähig. Rundgeformte Büstenhalter, elastische Hüftgürtel und figurbetonte Korsetts zeigten unter engen, wadenlangen Kleidern üppige Rundungen. Mager-Model Twiggy als Mode-Ideal Doch der Zweite Weltkrieg kam und mit ihm Not, Entbehrung und Mangel. Selbstgestrickte Unterwäsche und Modelle aus Fallschirmseide wurden getragen. Unterwäsche gab es nur auf Bezugsschein. So verlockende Materialien wie Nylon und Perlon aus Amerika konnte die deutsche Industrie zur Kriegszeit nicht beschaffen. In den 60er-Jahren wurde Lycra erfunden, die ersten Strumpfhosen kamen auf den Markt. Die Flower-Power-Bewegung und Studenten-Revolten brachten öffentliche BH-Verbrennungen. Unterhemden und -röcke kamen aus der Mode, die Slips reichten nicht mehr bis über den Bauchnabel. In den 70ern begann sich die Geschichte zu wiederholen, Mager-Model Twiggy wurde zum Mode-Ideal. In den 80ern hieß das Stichwort "androgyn", Männlein und Weiblein wollten sich plötzlich möglichst ähnlich sein. Fotos: Archiv, dpa

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